Kurze Geschichte des Freihandels

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Dass es sich bei TTIP um einen unsäglichen, undemokratischen und betrügerischen Vertrag handelt, hatten wir schon im vergangenen Oktober festgehalten, als 250.000 Menschen in Berlin dagegen auf die Straße gegangen waren.  Den großen Medien war dieser massive Protest letzten Herbst nur eine Randmeldung wert und  Sigmar  Gabriel schaltete großflächig Anzeigen, dass es eine „Absenkung der erreichten Standards“ etwa beim Verbraucherschutz natürlich nicht geben werde, genausowenig wie  die „privaten Schiedsgerichte“. Was jetzt die „Süddeutsche“ in ihrer Monatgsausgabe enthüllt zeigt indessen, dass es den US-Verhandlern genau darum geht: sie wollen ihre Genfood,- und Hormon-Produkte hier auf den Markt bringen und drohen bei  Nicht-Erlaubnis mit Strafzöllen für die europäische Autoindustrie. Auch die 1328 Chemikalien, die in Europa auf der Verbotsliste für Kosmetik stehen, sollen künftig erlaubt und nur verboten werden können, wenn nicht nur ein Verdacht, sondern ein Beweis für Krebserregung vorliegt. Usw. usf….. und der europäischen Forderung keine Privatgerichte zuzulassen, verweigern sich die USA nach wie vor. „Es bestätigen sich in den Texten bisher so ziemlich alle unsere Befürchtungen“, sagt der Vorstand des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Klaus Müller dazu. Die Realität, so Heribert Prantl, „übertrifft alle dunklen Ahnungen“ Was heißt: nichts ist so, wie es der Vizekanzler und Wirtschaftsminister, die Großkonzerne und Transatlantiker verkünden. Und was der Arbeitgeberverband „Niedersachsen Metall“ und die Bertelsmann-Stiftung „Neue (A-)Soziale Marktwirtschaft“(anläßlich des Besuchs von Häuptling Big Ear auf der Hannovermesse) plakatierten, gehört  nach den aktuellen Enthüllungen nun umgehend ins Museum für Kommunikation – als Musterbeispiel für Desinformation und neo-faschistoiden Orwellianismus.

In unserem Buch gibt es ein Kapitel über den „Freihandel“ ,  den die Briten einst als Marketingbegriff erfanden, um ihrer Kolonialherrschaft einen zivilisatorischen Anstrich zu geben. Daraus aus aktuellem Anlass ein paar Auszüge:

„Weil die British East India Company die begehrten Seidenstoffe, Tees und Gewürze aus China nicht mit den landestypischen Exportartikeln – Wolle und Eisen – bezahlen konnte und kein Silber dafür opfern wollte, begann sie aus ihrer frisch eroberten Kolonie Indien Opium nach China zu liefern. Über das kaiserliche Import- und Rauchverbot setzten sich die Briten unter der Flagge des Freihandels hinweg und lieferten Jahr für Jahr steigende Opiummengen nach China; 1838 waren es 2680 Tonnen. Als dann 1839 der brave Zollaufseher Lin Tse- Hu 950 Tonnen des lukrativen Stoffs vernichten ließ, begann England den Opiumkrieg, an dessen Ende es dank seiner Kanonenboote Hongkong und fünf weitere chinesische Hafenstädte erobert hatte. Was das Geschäft weiter ankurbelte: 1880 wurden über 7000 Tonnen aus Indien nach China geschifft, mindestens zehn Millionen Chinesen waren nunmehr abhängig, Opium das umsatzstärkste Produkt des damaligen Weltmarkts und Britannien als Weltmarktführer auf dem Gipfel seiner Macht. (…)

Und wenn 200 Jahre später im Zeitalter »finanzieller Massenvernichtungswaffen« (Warren Buffet), keine Schlachtschiffe mehr aufkreuzen, sondern »Experten« von IWF, Welt- bank oder McKinsey, mag man das zivilisatorischen Fortschritt oder eben auch »Freihandel« nennen, strukturell jedoch ist es nach wie vor nichts anderes als Erpressung. In der Zeit des Kolonialismus waren es etwa ein Dutzend europäischer Nationen, die sich mit dem Recht des Stärkeren der Bevölkerung und des Reichtums fremder Länder bemächtigten, im Zeitalter der Globalisierung nun sind es 147 multinationale Konzerne, angeführt von der Finanzbranche, die die gesamte Weltwirtschaft kontrollieren und mit dem Recht des Stärkeren ihre Interessen durchsetzen. Deshalb, und nur deshalb, werden Freihandelsverträge wie TTIP so geheim ausgehandelt, dass nicht einmal die Volksvertreter, die den Vertrag beschließen sollen, daran beteiligt sind. (…)

Den Bürgern, dem Wahlvolk, der →Demokratie, dem Rechtsstaat sollen grundsätzliche Entscheidungen aus der Hand genommen und ausländischen »Investoren« – wie die neuen Kolonialherren in den Verträgen genannt werden – erweiterte Rechte eingeräumt werden, einschließlich einer privaten Paralleljustiz, bei der sie Schadensersatz einklagen können, wenn sie sich von Gesetzen eines Landes benachteiligt fühlen. Ganz so wie die Briten, die sich nach dem gewonnen Opiumkrieg von den chinesischen Gesetzen benachteiligt fühlten: Sie verurteilten den Kaiser von China im Namen des »Freihandels« zu Reparationszahlungen für den von seinen Zollbeamten vernichteten Stoff….   (S.100 ff.)

1 Antwort

  1. Merkel gehört zu der selbsternannten Elite und nennen sich BILDERBERGER.Und die planen die MENSCHHEIT zu versklaven. Wir müssen jetzt schon unsere Lebensversicherungen auf den Papiercontainer werfen wegen der Null.Verzinsung.
    Und das nur,damit Länder wie ITALIEN mal schnell 50 Miionen an der Verzinsung Ihrer Schulden einsparen nd das bezahlt nur der kleine ´Mann wie wir.Genau wie ese EEG -Umlage für das KAPITAL.

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